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Kennenlernseminar

Muraho!

Lange drauf gefreut; umso schneller ging es rum.

Vom 19.5. – 21.5. hatten wir unser erstes großes Seminar zusammen, wo wir, d.h. Lisa (meine WG Mitbewohnerin), Kathrin, Daria, Frederieke (Freiwillige in Gisenyi) und Fiona (FW von 13/14 in Ruhango), uns endlich kennengelernt haben! Vorweg: Wir verstehen uns alle sehr gut, sofern man das nach nur einem Wochenende sagen kann.

 

Freitag, 19.5.:

nach etwa 4 ½ Std. Fahrt und mehrmaligem Verlaufen am Stuttgarter Hbf (Beschilderung faktisch nicht existent, überall nur anti-Stuttgart21 Sticker), komme ich am ABZ Gästehaus in Stuttgart Untertürkheim an.

Eine Stunde haben wir noch gewartet auf den verbleibenden Rest, dann ging es los mit dem ersten Teil des Seminars. Wer sich für den groben Inhalt interessiert, kann ihn sich hier als PDF ansehen. Anmerkung allerdings zum Visa: damit werden wir noch viel Spaß haben, da fast immer irgendwas nicht passt. Von einem reibungslosen Visa-Antrag in Ruanda habe ich bisher nichts gehört.

Schließlich sind wir zum nächstliegenden Supermarkt und haben Essen für den Abend und folgenden Tag gekauft. Da wir alle recht platt waren, gab es traditionelle ruandische Tiefkühlpizza von Kaufland, haben uns aber dazu entschieden für den nächsten Mittag in der Hauseignenen Küche zu kochen, geplant war ein Nudelauflauf.

 

Samstag:

Nach kurzem Frühtück ging es schon direkt weiter mit einer Einführung in die Landessprache Kinyarwanda (sprich rw etwa wie rua/rgw), bei der wir alle uns mehr oder weniger schwer getan haben. Schlißlich ist die Grammatik komplett anders und auch die meisten Wörter haben rein garnichts mit unseren zu tun.

Gegen Mittag begannen wir dann mit unserem Nudelauflauf. Nudeln gekocht, Soße fertig gemacht und festgestellt: kein

Auflauf ohne Auflaufform

Schneidebrett, nur 30cm Brotmesser und keine Auflaufform. Schonmal Knoblauch mit einem Brotmesser geschnitten? Nachdem wir und die halbe Zeit über die wirklich spärlich ausgestattete Küche belustigt haben, haben wir uns darauf geeinigt, den Auflauf auf zwei tiefen Backblechen zu machen. Hat sogar recht gut geklappt, jedenfalls besser wie gedacht. Nach dem Essen meinte ich dann eher aus Spaß als Ernst zu Eliphaz, dem FoR Vorsitzendem, er wolle uns doch nur testen wie wir denn in solchen Situationen in Ruanda improvisieren würden, ob wir denn „afrikatauglich“ wären. Darauf hin hat er mächtig angefangen zu lachen und ich frage ob das sein Ernst sei, ob er tatsächlich die Küche vorher halb leer geräumt hat und er nickte nur. Reden konnte weder er noch wir, dafür waren wir einfach zu sehr am lachen :D. Experiment geglückt, die diesjährigen Freiwilligen können improvisieren.

Nach weiteren Seminarinhalten sind wir abends im Restaurant Äquator essen gegangen. Das Besondere: es gab zwar keine ruandischen Spezialitäten, dafür aber äthiopische und es wurde ausschließlich mit den Fingern gegessen, was gar nicht mal so einfach war; und irgendwie kam man sich dabei auch seltsam vor. Das Essen (ich hatte Sambusa und Yebeg Alitscha Wet) war wirklich sehr sehr gut. Solltet ihr mal in Stuttgart sein, ist dieses Restaurant wirklich einen Besuch wert!

Später kamen dann die ehemaligen FW Yudith, Julia und Jan (alle damals in Gisenyi) dazu, die wir mit Fragen löschern konnten. Obwohl alle drei sehr unterschiedlich sind hat man doch gesehen wie sehr sie in einem Jahr zusammengewachsen sind, sehr gute Freunde geworden sind. Sie haben uns querbeet von ihrem Alltag dort erzählt, der Arbeit, natürlich auch der ein oder anderen Party. Das hat schon sehr die Vorfreude geweckt. Diese Nacht ging dann deutlich länger als die vorige; wir haben noch bis etwa 4 Uhr auf der Couch gesessen und geredet.

 

Sonntag:

Ungewöhnlich wach für gerade mal vier Stunden schlaf war es meine Aufgabe die Anderen aus dem Bett zu werfen, damit wir pünktlich anfangen können.

Seminarmäßig gab es nicht mehr sehr viel zu besprechen, wir haben nur noch abschließende Fragen geklärt, aufgeräumt, uns verabschiedet und sind nach Mittag zum Bahnhof zusammen gegangen.

Es war ein wirklich schönes Wochenende. Trotz viel Theorie haben es Eliphaz, Michael (ebenfalls Vositzender bei FoR) und die vorfreiwilligen sehr interessant gestaltet. Großes Danke an euch nochmal!

 

Ausblick:

Es gibt viel zu tun. Dokumente für’s Visa übersetzen lassen, Impfen lassen, Kreditkarte beantragen, Spenden sammeln und so weiter. Dazu kommen meine letzten beiden mündlichen Prüfungen Mitte Juni, die bis jetzt doch sehr vernachlässigt wurden (ich schreibe gerade lieber diesen Blog als endlich mal richtig anzufangen :D).

Insofern, murakoze cyane na murabeho!

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