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Erster richtiger Schultag und Busfahrt nach Muhanga

Der Erste Tag an der Schule!

Nach etwa 15 Minuten Fußweg zur Schule wurden wir wie immer sehr herzlich von den Lehrern empfangen. Hauptprogrammpunkt für den Tag war eine Leistungsüberprüfung in einigen Klassen, um zu sehen, wie viel die Schüler über die Ferien im Kopf behalten haben. Die Klassen waren noch ziemlich dünn bestückt. In dem Raum wo ich war, hätten eigentlich 63 Kinder sitzen sollen, stattdessen waren es 8, dazu später mehr. Der Test (im Fach Elektronik, ich fande ihn ziemlich Anspruchsvoll) wurde dennoch geschrieben und anschließend gingen wir durch mehrere weitere Klassen, wo wir korrigierte Klassenarbeiten von vor den Ferien austeilten. Außerdem wurde mir das Elektrolabor und die beiden Computerräume für die Sekundarstufe gezeigt. Das Elektrolabor ist sehr praxisorientiert und nicht so Baukastenmäßig wie man es hier häufig sieht. Einer der beiden Computerräume ist in einem guten Zustand, der andere wird gerade etwas überholt, da nicht alle Rechner funktionieren. Ich wurde etwa drei mal gefragt, ob ich denn Computer reparieren könne und bejahte. Scheint wohl hier häufiger zu Problemen zu kommen. Ich habe jedenfalls kein Problem mit solchen Reparaturen, ist ja schließlich nicht die Erste.

Gewöhnungsbedürftig ist es, dass man hier als Weißer viel Aufmerksamkeit bekommt. Man ist Blickfang Nummer 1 und wird auch gerne von allen gegrüßt. Mich stört das allerdings nicht wirklich. Wichtig ist auch, dass diese Erfahrung nicht allgemeingültig ist! Wir sind, wie erwähnt, die einzigen Weißen hier, weshalb wir schon eine gewisse Attraktion darstellen. In größeren Städten ist das natürlich anders.

Für um 3:30 trafen wir uns mit Faustin um nach Muhanga zu Fahren, welches die nächstgrößere Stadt hier ist. Grund war, dass er uns mit Busfahren vertraut machen möchte und wir den Markt dort kennenlernen, da dieser deutlich größer und vielseitiger ist.

Bus fahren läuft hier folgendermaßen: am Busbahnhof gibt es mehrere kleine Läden, an denen man die Tickets kauft. Je nach Region in der man ist und wo man hin will, wählt man sich eins der Unternehmen vorher aus. Für eine halbe Stunde Fahrt haben wir 500 Rwf bezahlt, etwa 50 cent. Beim Einsteigen in den Bus ist uns aufgefallen, dass derzeit wirklich viele Schüler unterwegs sind und die Busse dementsprechend überfüllt sind. So hat sich dann auch aufgeklärt, warum heute so wenige in der Schule waren. Es dauert meist ein paar Tage, bis alle Schüler zurück zur Schule sind, da es sich um ein Internat handelt. Manche werden ihre Eltern nun bis zu den Weihnachtsferien Ende November nicht mehr sehen.

Auf gut der Hälfte der Strecke gab es plötzlich einen zischenden Knall, der sich etwas nach geplatztem Reifen anhörte. Wir sind direkt rechts ran und der Fahrer schaute nach was passiert ist. Sind aber direkt wieder weiter und ich weiß immer noch nicht was es war. Ich kam gut an, also lasse ich mich mal nicht weiter davon stören 🙂

Kommt man in Muhanga an, fällt einem direkt auf, wie viel größer die Stadt ist (Ruhango ist eigentlich eher ein sehr gestrecktes Dorf). Viele Hochhäuser bis etwa sechsstöckig, enger, lauter, voller. Einer meiner ersten Gedanken war, dass ich sehr froh bin in meinem Dörfchen, auch wenn das Warenangebot deutlich begrenzter ist. Der Unterschied zwischen dem Markt in Ruhango und dem in Gisenyi ist immens. Muhanga ist viel dichter, die Konkurrenz ist größer und somit auch der Preisdruck. Besonders was westliche Güter betrifft, hat man es in Muhanga leichter. Lisa wollte eine kleine Umhängetasche kaufen, um die wir wie hier üblich gefeilscht haben. Ich bot 8000 Rwf an, schließlich landeten wir bei 9500. Wir glaubten damit einen akzeptablen Preis erreicht zu haben, da die selbe Tasche in Deutschland etwa das zweifach gekostet hätte. Faustin, der eine  deutlich größeren Rucksack kaufte, erhielt diesen für etwa 10000 Rwf. So viel also zum gut gefeilschten Angebot, wir lassen uns also immer noch übers Ohr hauen. Die Preise hier kennen zu lernen dürfte auch ein ziemlich langer Prozess werden. Das sollte übrigens nicht als Geiz missverstanden werden! Handeln ist hier Alltag und ist für uns absolut notwendig. Würden wir jeden Preis so hinnehmen wie er uns vorgeschlagen würde, kämen wir mit unserem Unterhaltsgeld höchst wahrscheinlich nicht hin.

Letzte Station war ein westlicher Supermarkt (das heißt ein Supermarkt, wie er etwa auch bei uns aussieht mit festen Preisen und Luxusgütern), wo wir uns etwas Schokolade (gibt’s in Ruhango nicht), Sambusa (ruandische Spezialität, die hier aus dem Supermarkt waren aber grottig) und Schokobrötchen eindeckten. Das war aber gar nicht mal das besondere, sondern wir trafen die ersten Weißen/Abazungu (Mehrzahl mit aba-, Einzahl umu-), seit unserer Ankunft hier! Nicht nur das, sondern die beiden jungen Frauen waren auch noch Deutsche! Ich hätte nicht gedacht, dass mich das in dem Moment so gefreut hätte, aber es hat mich wirklich glücklich gemacht. Jedenfalls sind sie Nachbarn, wovon eine ebenfalls einen Freiwilligendienst macht der nächste Woche endet, die andere für Brot für die Welt arbeitet. Lange konnten wir uns leider nicht unterhalten, da wir zu unserem Bus mussten, der im erneut übervoll war.

Morgen geht es nach Rubavu zum Einführungsseminar, wovon ich bestimmt viel berichten werde. Bis dahin!

 

PS: Bezüglich der Bilder habe ich es mir etwas anders überlegt. Diese kommen nicht mehr an jeden Beitrag dran, sondern ich werde eine extra Seite einrichten, auf der sie kategorisiert werden (Schule, Haus, Reisen …). Wenn ich neue hinzugefügt habe, werde ich das im Beitrag erwähnen. Ich denke das ist die auf Dauer sauberste Lösung.

(Ich benutze zu vielen Klammern, zu viele Nebeninformationen)

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Observation week – die Beobachtungswoche

Nach einem wenig Ereignisreichen Wochenende, sollten wir Montag Morgen das erste mal zur Schule kommen. Wir wussten bereits, dass diese Woche noch als „observation week“ (beobachtungs/zuschau-Woche) gilt, das heißt wir schauen erst mal nur zu in der Schule und haben mehr Zeit Zuhause, um uns einzuleben. Wir kamen also um 9 Uhr an, uns wurden ein paar weitere Personen vorgestellt, u.a. Faustin (unser zukünftiger Kinyarwanda Lehrer und Ansprechpartner) und warteten dann auf den Beginn des ersten Meetings der Lehrer nach den Ferien. Dieses dauerte schließlich ganze 3 Stunden und wurde ausschließlich auf Kinyarwanda gehalten. Ist aber auch verständlich, da eigentlich nichts besprochen wurde was uns betrifft und keiner der Lehrer Muttersprachler in Englisch ist. Faustin hat uns aber zwischendurch übersetzt um was es ging.

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Ankunft

Muraho!
Kaum zu glauben, dass es nun schon der zweite Tag hier ist, die Zeit vergeht echt im Flug.

Nach problemlosen 9 Stunden Flug (+3h Wartezit in Istanbul) sind wir am Donnerstag kurz nach Mitternacht gut in Kigali angekommen.
Wir wurden sehr freundlich von Lehrern der beteiligten Schulen empfangen und zum Hotel gebracht, wo wir die erste Nacht verbrachten. Anschließend haben wir kurz nach unserer Ankunft noch Getränke angeboten bekommen, Fotos gemacht und etwas geredet. Ich habe mir ein Mützig geholt, ein in Ruanda gebrautes Bier (der Name täuscht, es ist keine deutsche Firma). Hat sogar ein bisschen was von Bitburger, nur etwas weniger herb, dafür süßer. Die Freiwilligen in Gisenyi/Rubavu haben das Glück, dass Selina, Freiwillige vom letzten Jahr, noch um ein halbes Jahr verlängert hat. Das heißt sie haben einen deutlich leichteren Einstieg.

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