Veröffentlicht am

Essen & Trinken

Wer mich gut kennt, wird mich als sehr wählerischen Esser in Erinnerung haben, wobei sich das in den letzten 2 Jahren schon deutlich gebessert hat. Ehrlich gesagt habe mich mir über Essen noch die meisten Sorgen gemacht, bevor ich hierhin kam. Schließlich sind wir nicht gerade in der Hauptstadt, wo es die volle Wahl gibt.

Nun, Anfangs war es in der Tat ziemlich schwierig. Das liegt daran, dass es hier keinen Supermarkt gibt wie bei uns, wo man direkt alles bekommt. Stattdessen gibt es unzählige kleine Shops, die teilweise auch westliche Importgüter anbieten, und den großen Markt mit heimischen Produkten. Alles meist ohne festen Preis, es wird verhandelt. Anfangs waren wir ziemlich schüchtern und trauten uns nicht so wirklich, einfach mal in jeden Markt rein zu schauen. Tatsächlich habe ich in den ersten Wochen mindestens 5kg abgenommen.

Mit der Zeit haben wir aber echt tolle Shops gefunden und wir werden auch langsam etwas besser im kochen. Das war eine weitere Herausforderung: wir kamen beide hierhin, ohne wirkliche Erfahrung im Kochen.

Als leidenschaftlicher Brotesser habe ich dieses am Anfang sehr vermisst, und wir fanden keinen Shop, der welches verkauft. Mittlerweile kenne ich mindestens 4 Shops, die nicht nur das, sondern z.B. eine belgische Nutellakopie, Käse oder Mayonnaise verkaufen! Natürlich sind diese Produkte relativ teuer.

Außerdem hat es sich ergeben, dass wir mit einer Hand voll anderer Lehrer zusammen bei einer Frau in der Nähe der Schule Mittagessen, für nur 11000Rwf im Monat! Das ist etwas mehr als 50 Cent. Dort gibt es hauptsächlich traditionelles Essen: Kochbananen (schmeckt wie die Kartoffeln, nur besser), Reis, Kartoffeln, Süßkartoffeln, Bohnen, Maniok und etwas das wie Ugali aussieht, allerdings auf Basis von Mais (eine fast geschmacklose Masse, von der man sich wie Kuchenstücke rausschneidet; hab den Namen wieder vergessen) als Grundlage. Dazu gibt es meist eine Erdnusssoße oder andere Soßen, die ich schwer deuten kann. Auch häufig ist Isombe, eine Zubereitung aus den Blättern des Manioks (schmeckt besser, als es aussieht). Manchmal gibt es sogar Tofu als Fleischersatz, weil sie kein Fleisch kocht.

Fleisch ist hier sowieso sehr selten und teuer, wodurch ich quasi zum Vegetarier geworden bin! Komischerweise stört mich das fast überhaupt nicht. Fleisch gibt es hier im “Alltag” nur in zwei Gerichten: Sambusa, das ist ein Snack der aus einem zum Dreieck gefalteten frittiertem Teig, gefüllt mit Hackfleisch besteht; und Brochette (Schaschlik Spieß). Sambusa esse ich sehr gerne, Brochette gefällt mir nicht so, da das Fleisch meist sehr durchwachsen ist.

In der Schule gibt es in der Pause jeden Tag Tee (Chai?), zusammen mit etwas Gebäck. Der Tee wird mit Milch zubereitet und schmeckt sehr gut, ist aber auch ziemlich süß. Er wird hier icai genannt, was wie itschai gesprochen wird und dem Chai den, wir hier kennen recht, nah kommt.

 

Getrunken wird (abgesehen von Wasser) viel Tee. Wer es sich leisten kann, gönnt sich Softdrinks, wobei Coca Cola hier das absolute Monopol hat. Alle Sorten schmecken etwas anders und gibt es auch in Geschmäckern, die es in Deutschland nicht gibt (z.B. Fanta Citron, mein Favorit). Immerhin werden alle Coca Cola Produkte in Ruanda hergestellt! Für eine 300ml Cola/Fanta… bezhalt man 350-500Rwf auf dem Land und in den teuren Restaurants habe ich sogar schon mal 1200Rwf bezahlt.

Bier ist hier auch sehr beliebt und wird hauptsächlich von BRALIRWA (mittlerweile von Heineken aufgekauft) in Gisenyi/Rubavu hergestellt; unter anderem Mützig, Primus und Turbo King. Daneben gibt es noch verschiedene Varianten des internationalen Bier Skol.

(Trauben) Wein wird selten getrunken und ist ziemlich teuer. Dafür gibt es aber Bananenwein, der aus Bananen und Sorghum hergestellt wird. Dieser hat ordentlich Umdrehungen (~14%) und schmeckt sehr ungewöhnlich. Ich habe jedenfalls noch nichts vergleichbares in meinem Leben getrunken.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.