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Elektrizität – Odysee mit EUCL Teil 2

Teil 2, wir sind noch mitten drin.

Zwischendurch stellte sich auch heraus, dass ich schlichtweg keine Energie kaufen kann. Ich bekomme die übliche Bestätigungs-SMS meines Netz und MobileMoney Betreibers MTN, allerdings fehlt der Code einfach. Die SMS ist nebenbei in Kinyarwanda, man muss also wissen, welcher der Codes in der SMS nun der ist, den man braucht. Ich hatte ein paar mal mit MTN hin und her telefoniert, bis sich herausstellte, das der Techniker vergessen hat, unser Cash Power Meter zu registrieren; hätte auch gut mir passieren können. Lob an den Kundenservice von MTN. Allerdings sollten die Techniker mal gescheite Fehlermeldungen integrieren, da selbst die Leute bei der Hotline nicht genau wussten, woran es denn nun liegt.

 

Nun aber zurück zum eigentlichen Spaß, mit nur halb so viel Spannung (okay, der war schlecht). Inzwischen habe ich uns wieder ans alte Cash Power Meter geklemmt, da es mir doch zu doof war, jeden Abend ohne Licht und Tags nur mit 150V herum zu dümpeln.

Leider blieb (und bleibt) uns weiterhin nichts anderes üblich, als uns auf EUCL zu verlassen, dass sie das Problem beheben. Daher sind wir dem Cheftechniker weiter auf die Nerven gegangen, der uns aber immer schön auf den nächsten Tag vertröstet hat. Heute hatten wir die Nase voll und wir sind zum Headoffice (quasi dem Hauptquartier des Distrikts Ruhango) von EUCL gegangen und wollten den Manager sprechen. Wir erzählten anderen ebenfalls von diesem Problem, und ich kam mir endlich mal ernstgenommen vor. Auch der Manager, den wir um 15 Uhr aus seiner Mittagspause (ja 15 Uhr) gerufen haben, war sehr freundlich und meinte, dass noch am selben Tag oder spätestens Morgen nochmal jemand danach schaut. Morgen? Wer’s glaubt, hab ich mir gedacht. Auch die Aussage, das schon ein Transformator getauscht wurde, halte ich für gelogen.

Tatsächlich stehen eine Stunde später 5 (in Worten: FÜNF) Techniker inklusive Manager vor unserer Haustür und wollen es sich doch mal gerne Ansehen. Spannung nachgemessen: 138V.

“Na so was, da muss man ja mal nach schauen”

“Was ihr nicht sagt!” (es Auszusprechen hab ich mir verkniffen)

Es wird noch etwas Schwätzchen gehalten und die Truppe geht zurück zum Office, um die Werkzeuge zu holen. Nochmal eine Stunde später geht bei mir flackernd das Licht aus und siehe d a: der Techniker steht auf der Leiter vorm Haus und Arbeitet an der Straßenlaterne, an der wir angeschlossen sind. Ich bekomme große Hoffnung, dass es sogar heute noch fertig wird, und wir endlich nicht mehr jeden Abend den Kühlschrank ausstecken müssen, um ihn vor zu niedriger Spannung zu schützen.

Leider ist der Hund aber woanders begraben. Es scheint wohl eine schlechte Verbindung zu geben, nur halt nicht bei uns vorm Haus. Da wird nichts anderes übrigbleiben, als Stück für Stück alle Verbindungen zu prüfen.

Zu diesem Zeitpunkt war es schon dunkel, weshalb man die Weiterarbeit auf den Folgetag geschoben hat. Morgen bekomme ich zwar Besuch von einem anderen Freiwilligen aus Ruanda, aber das macht ja nichts. Kann sich mein Nachbar, der ebenfalls Elektriker ist, drum kümmern.

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