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Uganda: Queen Elizabeth NP und Chimpansentracking

Diesmal muss ich mich leider etwas kürzer halten, da ich Morgen schon zum Congo Nile Trail starten wollte und noch rein gar nichts geplant habe. An die nun geschockten, die mich als Planungsmensch kennen: ja, hier schreibt immer noch Martin Weber.

Ungefähr genauso spontan wie zum Muhabura, haben David, Lisa und ich uns dazu entschieden, mal zwei Tage in Uganda zu verbringen. Das heißt, wir begleiten David am Anfang einer sechswöchigen Reise durch Ostafrika. Dir wünsche ich viel Spaß, wenn du das liest!

Queen Elizabeth Nationalpark

Inmitten der Hügel, die von Ruanda aus noch weiter Richtung Norden reichen als Teil des Albertine Rift Valleys, erstreckt sich der Queen Elizabeth NP, eine flache Savannenlandschaft! Es ist wirklich eigenartig, wie man von den hohen Hügeln aus auf einmal in diese endlose Weite schaut; als hätte jemand mit einem gigantischen Stempel die Hügel zerdrückt. Genau so abrupt geht es ineinander über. Der Park grenzt direkt an den Eduardsee, der durch den Kazingakanal mit dem Georgsee verbunden wird. Unsere Unterkunft, die günstigste aber sehr schöne Lodge, liegt genau an der Mitte des Kanals und gleichzeitig auch mitten im Parkgebiet.

Eigentlich hätten wir uns für eine vierstündige Tour durch den Park einen Guide mit Auto für ganze 120$ mieten müssen, plus 40$ Eintritt pro Person. Doch glücklicherweise trafen wir auf Jochen, ein Deutscher Alleinreisender, der mit Uganda gerade sein 83. Land bereist. Er hatte sich in der ugandischen Hauptstadt Kampala ohnehin ein Auto gemietet und erklärte sich gerne dazu bereit, uns am nächsten Morgen in seiner ohnehin geplante Safari mit zu nehmen. Auch an dich geht nochmal ein fettes Dankeschön raus! Somit sparten wir uns den Guide und das Auto und konnten den ganzen Tag im Park umherfahren. Wir haben unter Anderem Elefanten, Antilopen, Büffel und Warzenschweine gesehen, leider aber keine Löwen. Zebras und Giraffen gibt es in dem Park nicht.

Dieser Tag war mein Erster überhaupt in einer Savanne und es war sehr interessant, mir hat es sehr gut gefallen. So gut, dass wir die Bootstour, die eigentlich für den Nachmittag geplant war, sausen gelassen haben. Vielleicht auch deswegen, weil dort der Eintritt 25$ pro Person gekostet hätte. Dafür bekommt man am Kivusee ein eigenes Boot mit Guide für die doppelte Laufzeit, ohne Personenlimit.

Abends entschieden wir uns zum krassen Kontrast zur Savanne: tropischer Regenwald mit Chimpansen und anderen Affenarten für 40$.

Chimpansentracking

Im Regenwald. Direkt neben einer Savanne. Klingt paradox und das ist es irgendwie auch für mich.

Noch früher als am Tag davor standen wir auf, um pünktlich an der Ecolodge zu sein, über die die Tour vertrieben wird. Auch wenn wir nur drei Leute waren (Lisa traute sich den Fußmarsch nicht zu), ging es ziemlich direkt los. Ich bemerkte direkt den riesigen Unterschied zum Regenwald um den Muhabura. Hier in Uganda war es deutlich lauter, lebendiger und verwachsener, was mir allein schon die 40$ wert war. Man hat wirklich gemerkt, dass der Mensch hier bisher kaum Unheil angerichtet hat. David geht davon aus, dass die Unterschiede mit der Höhe über dem Meeresspiegel zusammenhängen, was mir auch logisch erscheint.

Nach nur wenigen Minuten erreichten wir bereits die ersten kleineren Affen, die oben in den Bäumen herumsprangen. Auch die Chimpansen, auf die die Tour eigentlich abzielte, waren sehr schnell zu finden, allerdings auch oben in den Bäumen. Wir haben die maximal erlaubte eine Stunde bis zum Ende ausgenutzt und es war eine super schöne Erfahrung. Mir haben beide Tage gut gefallen, aber der Regenwald noch ein klein bisschen besser. Nun freue ich mich umso mehr auf den Nyungwe Forest in Ruanda!

Für meine beiden Hobbyfotographen Begleiter war das eine ganz schöne Herausforderung, gute Bilder zu machen von den Affen. Dennoch sind einige sehr gute Fotos dabei herausgekommen, die ich aber leider noch nicht habe. Diese werde ich, sobald ich sie erhalte, hier hochladen. Ich selbst habe auch versucht Bilder zu machen, bin aber dank Handykamera natürlich kläglich gescheitert. Ohne optischen Zoom und der matschigen Qualität in der Ferne habe ich es gar nicht erst so richtig versucht.

Also, Bilder gibt es leider erst später. Tut mir leid!

Story am Rande

Wir Freiwilligen waren von Ruanda so verwöhnt von der Abdeckung von Kreditkarten Geldautomaten (ATMs), dass wir tatsächlich glaubten, es gäbe bestimmt eine Möglichkeit zum Geld ziehen. Mit nur 400.000 Ugandischen Schilling (UGX, das sind etwa 130€) kamen wir bei der Lodge an, die wir auch noch zu bezahlen hatten. Auf unsere Nachfrage hin wurde uns mitgeteilt, dass der nächste ATM etwa eineinhalb Stunden mit dem Auto entfernt ist. Kartenzahlung gab es nur beim Hauptquartier des Nationalpark, wo jeder einmal 40$ blechen musste. Wie das Schicksal es wollte, gingen dort natürlich die Geräte nicht. Ohne Jochen, der uns zwei Tage einen Haufen Bargeld geliehen hat, wären wir absolut aufgeschmissen gewesen. Nochmal ein Danke! Aus dem Fehler habe ich jedenfalls gelernt.

 

PS: ich weißt, ich schreibe sonst auch schon flüchtig wegen Zeitmangel. Ich denke mir aber immer, lieber so als gar nicht 😉 Ich habe ja nicht vor einen Bestseller zu schreiben.

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